Mehr als zwei Wochen lang galt der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny als verschwunden. Nun hat sein Team wieder Kontakt mit ihm.
Mehr als zwei Wochen lang galt der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny als verschwunden. Nun hat sein Team wieder Kontakt mit ihm.Der seit mehr als zwei Wochen gesuchte Kremlgegner Alexej Nawalny ist wieder aufgetaucht. Er sei in das Straflager IK-3 in Charp im Norden Russlands im Automonen Kreis der Jamal-Nenzen verlegt worden, teilte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch am Montag im Nachrichtendienst X (vormals Twitter) mit. Das neue Straflager liegt mehr als 2.000 Kilometer von Moskau entfernt."Wir haben Alexej gefunden", teilte sein Mitarbeiter Iwan Schdanow mit. Er sei im Straflager "Polarwolf", in einer der n�rdlichsten und entlegensten Kolonien �berhaupt. "Die Bedingungen dort sind brutal", sagte Schdanow. Dort herrsche auch Dauerfrost. Es sei sehr schwer, dorthin zu gelangen; es w�rden keine Briefe in das Lager zugestellt. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass Moskaus Machtapparat den Gegner von Kremlchef Wladimir Putin vor der Pr�sidentenwahl am 17. M�rz isolieren wolle. "Sein Aufenthaltsort wurde geheim gehalten", kritisierte Schdanow.Vor mehr als zwei Wochen hatten Anw�lte zum letzten Mal Kontakt zu dem Kremlkritiker in einem Straflager im Gebiet Wladimir �stlich von Moskau. Seitdem fehlte jede Spur von Nawalny, der international als politischer Gefangener eingestuft ist. Von den russischen Beh�rden verlautete nur, dass er nicht mehr in dem Lager sei.F�rchtet der Kreml Einmischung in die anstehenden Wahlen?Nawalnys Team hatte zwischenzeitlich sogar Belohnungen f�r Hinweise �ber dessen Verbleib in Aussicht gestellt. "Wir haben eine Belohnung ausgesprochen f�r jeden, der uns verl�ssliche Informationen geben kann", sagte Jarmysch in einem Interview mit dem Nachrichtenportal ZDFheute.Als Grund f�r die Verschleppung des Oppositionspolitikers sieht sein Team die nahende Pr�sidentenwahl in Russland, bei der Staatschef Wladimir Putin sich best�tigen lassen will. "Der Kreml wollte nicht, dass Alexej in dieser Zeit irgendwelche Statements abgibt. Deswegen bin ich mir sicher, dass Putin den Befehl gegeben hat, Alexej irgendwohin zu transportieren", sagte Jarmysch. Die USA und andere L�nder fordern von Russland Aufkl�rung �ber Nawalnys Verbleib.Im August war Nawalny zu weiteren 19 Jahren Haft verurteilt worden, zus�tzlich zu den elfeinhalb Jahren, die er gerade absitzt. Nawalny wurde unter anderem wegen Extremismus verurteilt. Seine politische Bewegung wurde verboten, enge Mitarbeiter wurden inhaftiert oder flohen ins Ausland. Nawalny weist alle Vorw�rfe als politisch motiviert zur�ck: Sie zielten darauf ab, seine Kritik an Pr�sident Wladimir Putin zum Schweigen zu bringen. Nawalny ist die bekannteste Figur in der zersplitterten Opposition Russlands.
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